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02.09.2010, 10:42 Uhr | MAZ "Westhavelländer" vom 02.09.2010 Übersicht | Drucken
STRASSENBAU: Freie Fahrt auf der neuen B188
Gestern wurde die Umgehungsstraße offiziell freigegeben


 

RATHENOW - Jan Mücke und Jörg Vogelsänger begegnen sich gerne. Der eine ist parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der andere Infrastrukturminister im Land Brandenburg. „Wenn wir uns sehen, dann gibt es entweder einen ersten Spatenstich oder eine Übergabe“, sagte Jan Mücke gestern in Rathenow. Hier stand kein Spatenstich sondern die Freigabe der neuen B188-Umgehungsstraße auf der Tagesordnung. Und weil solche Straßenbauwerke nicht mehr regelmäßig im Westhavelland übergeben werden, waren Vogelsänger und Mücke auch die ersten, die auf der B188 fahren durften – in einem Oldtimer. Zuvor hatte Mücke gesagt, dass die Straße nicht nur für die Stadt Rathenow selbst wichtig ist: „Die neue B 188 verbindet zwei Bundesländer und soll die Stadt Rathenow später an die A 14 anbinden. Es handelt sich also um ein übergreifend bedeutendes Projekt.“ Minister Vogelsänger stellte die Vorteile für die Rathenower Einwohner in den Fokus seiner Ansprache. „Mit der neuen B188 entlasten wir 27 000 Menschen in Rathenow von Lärm und Abgasen.“ Die Innenstadt werde nun attraktiver für Einwohner und Gäste und die erfolgreiche Stadtsanierung könne fortgesetzt werden.



Damit spielte Vogelsänger auf den Umbau der Berliner Straße zu einer innerstädtischen Einkaufsmeile an. Die Pläne dafür liegen vor, schon im kommenden Jahr soll es losgehen. Die Berliner Straße, jetzt die alte B188, wird später nicht mehr den Rang einer Bundesstraße haben. Vogelsänger wies auch auf die Bedeutung der Straße für die Bundesgartenschau im Jahr 2015 hin. „Für eine Buga ist auch die gute Verkehrsanbindung wichtig und die wird mit dieser Straße jetzt gewährleistet.“ Vogelsänger und Mücke lobten, dass sowohl die Bahntrasse als auch die Straßentrasse eng nebeneinander verlaufen. Vogelsänger: „Dadurch stellen wir sicher, dass möglichst wenig Naturfläche zerschnitten wurde.“

Unter den Gästen erinnerten sich Landrat Burkhard Schröder und Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger noch an den ersten Spatenstich, damals vorgenommen von Manfred Stolpe. Der war im Herbst 2004 Bundesverkehrsminister und hatte Jahre zuvor als Brandenburger Ministerpräsident zugesagt, dass diese Umgehungsstraße gebaut wird. Sie erstreckt sich südlich von Großwudicke im Westen bis zum so genannten Eichendreieck in Rathenow im Osten. Bevor das Straßenbauwerk endgültig den Kraftfahrzeugführern gehörte, hatte am vergangenen Wochenende noch ein Brückenlauf stattgefunden. Auch in den vergangenen Tagen waren noch zahlreiche Fahrradfahrer auf der Strecke unterwegs. Jetzt ist sie ausschließlich dem Kraftverkehr vorbehalten. In den kommenden Wochen müssen sich die Autofahrer nun an die neue Streckenführung gewöhnen. „Die Lkw-Fahrer werden es gleich mitbekommen“, prophezeite Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier. In einigen Monaten werde man genauer wissen, wie groß die Entlastung für die Innenstadt ist. (Von Joachim Wilisch)

Die neue Rathenower Umgehungsstraße
Der Baubeginn für die B188-Umgehung war im Herbst 2004. Damals ging man davon aus, dass die Straße im Herbst 2008 fertig wird.

Die neue Straße verbindet den Wirtschaftsraum Rathenow/Premnitz über die B5 mit Berlin und mit Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit der in Nord-Süd verlaufenden B102 übernimmt die B188 eine wichtige überregionale Funktion.

Die Ortsumgehung ist eigentlich eine Tangente, die immer südlich entlang der Bahnlinie verläuft. Sie ist neun Kilometer lang, es gibt fünf Knotenpunkte mit anderen Straßen und zwei Durchlässe für Amphibien und Wild. Acht Brücken mussten entlang der Umgehungsstraße errichtet werden.

Problematisch war die Überquerung der Havel. Die Bahn musste eine neue Brücke für die Städtebahn errichten, damit an dieser Stelle die neue Straßenbrücke gespannt werden konnte. In den vergangenen Jahren waren die beiden Brückenbaustellen an der Havel stets im Fokus.

Als Ausgleichsprojekt wurden bereits ehemalige Militärflächen im Norden der Stadt Rathenow (Breitscheidstraße) saniert. wil



aktualisiert von Guido Quadfasel, 02.09.2010, 10:43 Uhr

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