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03.09.2010, 10:30 Uhr | MAZ "Westhavelländer" vom 03.09.2010 Übersicht | Drucken
Minister im Adler, Bürgermeister im Brennabor
hintergrund Zwei Rathenower haben ihre Oldtimer für die Eröffnung der neuen Ortsumgehung zur Verfügung gestellt


 

**Von UWE HOFFMANN
RATHENOW Zur feierlichen Eröffnung der neuen Ortsumgehung der B 188 für Rathenow gab es am Mittwochnachmittag noch ein besonderes Bild. Als erste Autos rollten zwei 80-jährige Oldtimer über den freigegebenen Straßenabschnitt. „Warum sollte bei der Straßenübergabe nicht mal was Besonderes sein“, sagte sich Alfred Krüger aus Bützer. Er rief Karsten Ziehm, Straßenmeister in Rathenow, an und der lud ihn und den Rathenower Erich Kny ein, mit ihren beiden Oldtimern die neue Straße einzuweihen.
Zur Begeisterung der vielen Schaulustigen, die das Ereignis verfolgten, standen nun der Adler Primus (Baujahr 1933) von Krüger und der Brennabor Ideal (Baujahr 1929) von Kny hinter dem schwarz-rot-goldenen Band auf der Straße. Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, und Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger nahmen nach dem Durchschneiden des Bandes Platz im Adler. Das Wetter war ideal, um die Fahrt im sportlichen Cabrio zu genießen. Im Brennabor fuhr Bürgermeister Ronald Seeger mit. Und dann ging es über die 200 Meter lange neue Havelbrücke, den ca. 2,4 Kilometer langen neuen Straßenabschnitt entlang in Richtung Brücke nach Böhne.



 


„Jetzt ist der Weg nach Hause viel kürzer, zwar nicht mit dem Rad, aber zumindest mit dem Auto“, war Seeger, der in Steckelsdorf-Ausbau wohnt, nach der Fahrt begeistert. „Ich bin glücklich, dass die Ortsumgehung ans Netz geht. Sie ist eine Entlastung und Aufwertung der Stadt.“ Minister Vogelsänger fügte hinzu: „Die Fahrt war etwas Besonderes. Es ist toll, dass dies eine Initiative der Bürger war.“

Alfred Krüger, gerade mal drei Jahre jünger als sein Adler, hat sein Gefährt schon zehn Jahre, seit 2002 läuft es wieder. Die originalgetreue Rekonstruktion eines Oldtimers ist zeitaufwändig. „Zu Hause stehen noch ein 1938-er Adler Trumpf Junior und ein Buckeltaunus (Baujahr 1949)“, erzählt Krüger stolz. „Der Adler wurde bis 1945 gebaut. Nach dem Krieg baute die Firma Motorräder, später unter anderem Schreibmaschinen“, weiß er zu berichten. Erich Kny ist Mitglied im Deutschen Automobil Veteranen Club e.V. (DAVC). Den würdevoll aussehenden Brennabor hat er schon zwölf Jahre. Ein 1955-er EMW (Eisenacher Motorenwerke) steht auch noch in der Garage.

Nebenbei bemerkt: An der neuen Havelbrücke standen zunächst auch ein paar Rathenower. Sie waren der Meinung, dass die feierliche Übergabe des neuen Straßenabschnittes auf der Brücke stattfinden würde. Darunter war auch der Stadtverordnete Karl-Reinhold Granzow. „Wir wollten hier die Eröffnung. Die Brücke gehört übrigens zu Neue Schleuse! Darauf lege ich Wert“, scherzte der West-Rathenower, der sich dann doch noch zur 500 Meter entfernten feierlichen Übergabe – nach Rathenow – aufmachte.

aktualisiert von Guido Quadfasel, 03.09.2010, 10:37 Uhr

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